Elektrostapler mit EX-Schutz: so stark und intelligent wie das Serienfahrzeug
03.09.2026
Linde Material Handling aktualisiert Gegengewichtsstapler-Portfolio für den Einsatz in ATEX-Zonen
Linde Material Handling (MH) hat sein Portfolio an EX-geschützten Elektrostaplern aktualisiert und bietet mit den Modellen Linde E14 – E20 EX und Linde E16 – E20 P EX neue elektrische Gegengewichtsstapler in Dreirad- bzw. Vierradausführung an, die für den Einsatz in den ATEX-Zonen 1/21 und 2/22 zertifiziert sind. Das Besondere: Die Variantenvielfalt der Serie ist erhalten geblieben, und alle Neuerungen und Assistenzfunktionen der Baureihe haben Eingang in die EX-geschützten Modelle gefunden. Insgesamt gibt es 14 Modelle mit unterschiedlichen Chassisgrößen und Tragfähigkeiten bis zwei Tonnen.
Einige Branchen, wie die Elektromotoren- und Batteriefertigung, erleben derzeit einen Boom. Durch den European Chips Act wird der Aufbau von Halbleiterfabriken in Europa gefördert, um unabhängiger von asiatischen Lieferanten zu werden. So entstehen an unterschiedlichen Standorten derzeit große Fertigungsstätten für die Halbleiterproduktion. In diesen Fabriken kommen Gefahrstoffe zum Einsatz, die leicht entzündlich sind. Auch beim Recycling – sei es von Elektronikschrott oder bei der Aufbereitung von Batterien – richten Unternehmen ATEX-Bereiche ein. Denn auch hier kann eine explosive Atmosphäre entstehen, die den Einsatz entsprechend geschützter Flurförderzeuge erforderlich macht. Die kompakten Dreirad-Elektrostapler von Linde MH eignen sich besonders gut für den Einsatz in beengten Lager- und Produktionsumgebungen; die Vierrad-Elektrostapler sind wendig und gleichzeitig stabil selbst auf unebenen Böden.
Gleiches „Look & Feel“
Sicherheit hat bei EX-geschützten Fahrzeugen oberste Priorität. Nicht nur in diesem Punkt spielt Linde MH die ganzen Vorteile eines OEM aus: Die Umrüstung findet in direkter Nähe zur Serienproduktion in Aschaffenburg statt. Neben der räumlichen Nähe ist die konzeptionelle „Nähe“ der Grund dafür, dass Linde MH die EX-Schutz-Versionen schneller auf den Markt bringen kann. „Wir bestellen schon aus der Nullserie die ersten Prototypen, haben Zugriff auf sämtliche Entwicklungsunterlagen und können unseren Kunden deshalb zeitnah das EX-geschützte Modell für die anspruchsvollere Zone 1/21 vorstellen“, erläutert Elke Karnarski, Produktmanagerin EX-Proof Trucks & Safety Solutions bei Linde MH. Druckfeste Gehäuse mit elektronischen Komponenten werden so verbaut, dass sie die Fahrzeugkontur nicht verändern. Das bedeutet: Die Sicht der Staplerfahrer oder die Beinfreiheit werden nicht durch ein zusätzlich montiertes Gehäuse auf dem Fahrzeugheck oder im Fußraum behindert. „Die Fahrer profitieren vom selben ‚Look & Feel‘ und den vielen neuen Komfort-Features, die sie von den Serienfahrzeugen her kennen“, sagt Karnarski.
Doppelte Sicherheit für Zone 1/21: Sensoren messen Temperatur direkt am Motor
„Maximale Sicherheit bei höchster Performance“ – so lässt sich das Motto auf den Punkt bringen, an dem sich die Entwickler bei Linde MH orientieren. Der Intralogistikspezialist verbaut in den EX-Schutz-Modellen keinen Standardmotor. Wenn es um die Sicherheit in Zone 1/21 geht, haben die Ingenieure und Produktentwickler nochmal „eine Schippe draufgelegt“, wie es Elke Karnarski salopp formuliert. Denn in Produktionsbereichen, wo Gefahrstoffe miteinander vermischt oder umgefüllt werden, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass eine explosive Atmosphäre entsteht. Daher ist es wichtig, die Temperatur aller Komponenten, die Wärme erzeugen, exakt zu kontrollieren. Zwei Maßnahmen sorgen dafür, dass das Temperaturlimit eingehalten wird und gleichzeitig die Motorleistung dem Standardfahrzeug ebenbürtig ist. Karnarski: „Für die Zone 1/21 haben wir Motoren mit einer speziellen Wicklung in einer höheren Isolationsklasse eingebaut, um den weitreichenden Sicherheitsanforderungen in diesen ATEX-Bereichen gerecht zu werden. Zusätzlich haben wir die Sensoren direkt in die Wicklung des Motors eingebaut. Wir messen also die Temperatur kontinuierlich dort, wo sie entsteht.“
Linde MH hat neue EX-geschützte Elektrostapler in Dreirad- bzw. Vierradausführung für den Einsatz in den ATEX-Zonen 1/21 und 2/22 auf den Markt gebracht.
Linde MH hat neue EX-geschützte Elektrostapler in Dreirad- bzw. Vierradausführung für den Einsatz in den ATEX-Zonen 1/21 und 2/22 auf den Markt gebracht.
Sicherheit geht vor – auch beim Rückwärtsfahren
Die EX-Schutz-Modelle von Linde MH können auf Wunsch mit einer Reverse Assist Camera oder dem Reverse Assist Radar ausgerüstet werden. Beide Assistenten erhöhen die Sicherheit beim Rückwärtsfahren. Die Rückfahrkamera wurde mittels KI darauf trainiert, zwischen Menschen und einem Objekt zu unterscheiden. Das wirklich „Intelligente“ an dem System ist aber die Reaktion des Gabelstaplers. Elke Karnarski: „Das Fahrzeug erkennt, wie weit weg sich ein Fußgänger vom Fahrzeug befindet, und leitet den Bremsvorgang ein. Zusätzlich erhält der Fahrer ein akustisches Warnsignal und kann schnell reagieren. Damit sind wertvolle Sekunden gewonnen, um einen Unfall zu verhindern.“ Der Reverse Assist Radar sorgt nicht nur dafür, dass die Geschwindigkeit reduziert wird, sondern kann das Fahrzeug bis zum Stopp abbremsen. „Der Radar berücksichtigt die Geschwindigkeit, die Last auf den Zinken, den Lenkwinkel und die Distanz zum Objekt – sei es, dass eine Gitterbox im Weg steht, ein Mensch hinter dem Fahrzeug vorbeiläuft oder ein anderer Stapler im rückwärtigen Bereich kreuzt. Das System berechnet den Bremsweg und bremst entsprechend stark ab“, erläutert die Produktmanagerin und Expertin für Explosionsschutz.
Mithilfe des Assistenzsystems Linde Safety Guard lassen sich zudem Geschwindigkeitszonen einrichten. Fährt der Staplerfahrer in einen definierten ATEX-Bereich, wird automatisch die Geschwindigkeit reduziert, beim Verlassen kann er wieder auf eine höhere Geschwindigkeit beschleunigen. In den Zonen 2/22 kann über den Linde Safety Guard auch die gegenseitige Warnung sich kreuzender Gabelstapler realisiert werden. Durch die automatische Geschwindigkeitsreduzierung in Kombination mit akustischen und optischen Warnsignalen wird das Unfallrisiko weiter minimiert.
Verschiedene optionale Linde-Lichtlösungen machen die Arbeit in engen, schlecht beleuchteten, unübersichtlichen Gängen von Lager- und Produktionshallen sicherer, indem sie das Umfeld ausleuchten und andere Mitarbeitende optisch vor dem Herannahen eines Staplers warnen: Dazu gehören die ebenfalls für EX-geschützte Fahrzeuge verfügbaren VertiLights, LED-Stripes oder die seitlich neben das Fahrzeug projizierten Red Warning Lines.
Extra-Komfort-Feature: beheizbare Kabine
Fakt ist: Der Umgang mit Gefahrstoffen erfordert von den Mitarbeitenden erhöhte Aufmerksamkeit, die über die gesamte Schicht erhalten bleiben soll. Ein angenehmes Klima in der Kabine und freie Scheiben tragen gleichermaßen zum Wohlbefinden und zur Sicherheit der Mitarbeitenden bei. Dafür sorgt in den neuen EX-geschützten Elektrostaplern eine spezielle Gebläseheizung mit acht Düsen für Scheibe, Innenraum und Fußraum, die vollständig integriert und für Zone 2/22 und Zone 1/21 zertifiziert ist. Eine Vorheizfunktion sorgt zudem dafür, dass die Fahrer beim Einsteigen bereits ein warmer Fahrerarbeitsplatz erwartet.